Kursziel:
Ziel des Workshops ist es, den Teilnehmenden einen aktuellen Überblick über die neuesten Erkenntnisse der Faszienforschung zu vermitteln und deren Bedeutung für die manual- und bewegungstherapeutische Praxis aufzuzeigen. Sie lernen, wissenschaftliche Erkenntnisse mit konkreten therapeutischen Anwendungen zu verbinden und moderne fasziale Behandlungstechniken sicher in ihren Berufsalltag zu integrieren.
Lernziele:
Die Teilnehmenden erweitern ihr Wissen über die Funktionen des faszialen Bindegewebes und dessen Bedeutung für Beweglichkeit, Schmerz, Körperwahrnehmung und Gewebeheilung. Sie lernen aktuelle wissenschaftliche Entwicklungen kennen und erhalten praxisnahe Behandlungstechniken für den Umgang mit faszialen Adhäsionen, Densifizierungen und myofaszialen Spannungsmustern.
Hintergrund:
Dank deutlich verbesserter Untersuchungsmethoden hat sich das Wissen über die vielfältigen Funktionen des faszialen Bindegewebes in den vergangenen Jahren erheblich erweitert. Das körperweite fasziale Spannungsnetzwerk spielt eine zentrale Rolle für Beweglichkeit, Haltung sowie Rücken- und Nackenschmerzen und gilt zugleich als wichtiges Sinnesorgan für Propriozeption und Interozeption.
Darüber hinaus übernimmt das Fasziengewebe eine dynamische Vermittlerrolle in der Wechselwirkung zwischen dem autonomen Nervensystem, Emotionen, Immunregulation und Gewebeheilung. Der Workshop verbindet aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse mit praxisnahen manualtherapeutischen Anwendungen und vermittelt die neuesten Entwicklungen der internationalen Faszienforschung.
Lehrplan:
Theorie
-Aktuelle Entwicklungen der modernen Faszienforschung
-Hyaluronan-vermittelte Densifizierungen versus kollagene Fibrotisierung
-Fasziale Mechanostimulation und ihr Einfluss auf Mikrozirkulation, Schmerzregulation und Gewebe-Remodeling
-Faszientonus, Gewebehydrierung und mechanische Anpassungsfähigkeit
-Die Rolle des faszialen Systems bei Interozeption und autonomer Regulation
-Aktuelle Erkenntnisse aus internationales auf Mikrozirkulation, Schmerzregulation und Gewebe-Remodeling
-Faszientonus, Gewebehydrierung und mechanische Anpassungsfähigkeit
-Die Rolle des faszialen Systems bei Interozeption und autonomer Regulation
-Aktuelle Erkenntnisse aus internationalen Faszienkongressen
-Neue wissenschaftliche Entwicklungen und Forschungsergebnisse
Praxis
-Manualtherapeutische Techniken zur Behandlung faszialer Adhäsionen und Versteifungen
-Praktische Übungen zum Umgang mit myofaszialen Spannungsmustern
-Behandlungstechniken für Rücken, Nacken und die untere Extremität
-Demonstrationen und direkte Umsetzung aktueller faszialer Behandlungskonzepte
Dozent:
Dr. Robert Schleip
Dr. biol. hum., Diplom Psychologe
ist Leiter der Fascia Research Group der Universität Ulm sowie Forschungsdirektor der European Rolfing Association.
Er war Co-Initiator des 1. Fascia Research Congress (Harvard Medical School, Boston 2007), womit der wissenschaftliche Durchbruch auf diesem neuen Feld gelang. Seither ist er im wissenschaftlichen Komitee der Nachfolgekongresse. Selbständige manualtherapeutische Praxistätigkeit seit 1978, seit 1993 Lehrtätigkeit als Rolfing- und Feldenkrais Lehrer, ab 2003 zunehmende Schwerpunktverlagerung in die wissenschaftliche
Grundlagenforschung. Im Jahr 2006 wird seine mit der akademischen Höchstnote „summa cum laude“
ausgezeichnete experimentelle Promotionsarbeit zum Thema „Aktive Faszienkontraktilität“ zusätzlich mit
dem angesehenen Vladmir Janda Preis für Muskuloskeletale Medizin geehrt. Dr. Schleip ist Autor
zahlreicher Fachpublikationen zum Thema Faszien.