Kursziel:
Das Seminar vermittelt fundierte Kenntnisse zu den Störungsbildern Neglect und Hemianopsie und deren Bedeutung für die Handlungsfähigkeit und Teilhabe betroffener PatientInnen. Die Teilnehmenden erhalten ein vertieftes Verständnis der neurophysiologischen und neuropsychologischen Grundlagen und lernen, diese Störungen im klinischen Alltag sicher zu erkennen, einzuordnen und voneinander abzugrenzen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf praxisnahen diagnostischen Verfahren sowie auf der Ableitung betätigungs- und alltagsorientierter ergotherapeutischer Interventionsmöglichkeiten, angepasst an Art und Schweregrad der Einschränkungen.
Lernziel:
Nach Abschluss des Seminars sind die Teilnehmenden in der Lage,
die neurophysiologischen und neuropsychologischen Grundlagen von Neglect und Gesichtsfeldeinschränkungen zu verstehen und zu erläutern,
verschiedene Formen des Neglects sowie Hemianopsien sicher zu unterscheiden und differentialdiagnostisch von anderen Störungsbildern abzugrenzen,
einfache, praxisnahe diagnostische Verfahren im klinischen Alltag anzuwenden,
die Auswirkungen der Störungsbilder auf Alltag, Handlungskompetenz und Teilhabe realistisch einzuschätzen,
betätigungs- und alltagsorientierte ergotherapeutische Interventionsansätze situationsgerecht auszuwählen und in der eigenen Praxis umzusetzen.
Hintergrund:
Neglect und Gesichtsfeldeinschränkungen gehören zu den häufigen, jedoch oft unterschätzten Folgen neurologischer Schädigungen wie Schlaganfall oder Schädel-Hirn-Trauma. Jährlich ereignen sich in Deutschland über 500.000 Schlaganfälle und SHT, wobei in der Akutphase etwa 40-50 % der Betroffenen Neglectsymptome und 15-20 % Gesichtsfeldeinschränkungen aufweisen.
Diese Störungsbilder können die Orientierung, Wahrnehmung, Handlungsplanung und Alltagsbewältigung erheblich beeinträchtigen und stellen eine große Herausforderung für die Rehabilitation dar. Eine differenzierte Diagnostik und gezielte ergotherapeutische Intervention sind entscheidend, uientierung, Wahrnehmung, Handlungsplanung und Alltagsbewältigung erheblich beeinträchtigen und stellen eine große Herausforderung für die Rehabilitation dar. Eine differenzierte Diagnostik und gezielte ergotherapeutische Intervention sind entscheidend, um Teilhabe zu fördern und funktionelle Einschränkungen zu reduzieren. Das Seminar greift aktuelle Konzepte und entwickelte Behandlungsansätze auf und überträgt diese praxisnah in den therapeutischen Alltag.
Lehrplan:
Theoretische Inhalte:
neurophysiologische und neuropsychologische Grundlagen von Neglect und Hemianopsie
Erklärungsmodelle und Entstehungsmechanismen
Formen des Neglects und Gesichtsfeldeinschränkungen
differentialdiagnostische Abgrenzung zu anderen StörungsbildernAuswirkungen auf Handlungskompetenz, Alltag und Teilhabe
Praktische Inhalte:
Einführung in leicht durchführbare diagnostische Verfahren
Analyse von Fallbeispielen anhand von Video-Darstellungen
Ableitung betätigungs- und alltagsorientierter ergotherapeutischer Behandlungsansätze
Auswahl geeigneter Interventionen in Abhängigkeit vom Schweregrad der Einschränkungen
Übertragung der Inhalte in den eigenen therapeutischen Arbeitsalltag
Dozent:
Ralf Lehnguth
Ergotherapeut mit langjähriger Erfahrung im ambulanten neurologischen Bereich. Er ist Dozent an der Fachschule für Ergotherapie Karlsruhe mit dem Schwerpunkt neurophysiologische und neuropsychologische Behandlungsverfahren und seit vielen Jahren als Fortbildungsreferent tätig. Seine fachlichen Schwerpunkte liegen in neurologisch bedingten Sehstörungen, Neglect und Hemianopsie sowie deren Auswirkungen auf Betätigung und Teilhabe. Darüber hinaus ist er als Mitarbeiter und Dozent im Ergotherapeutischen Assessment (EA) engagiert.
Hinweis:
Diesen Kurs führen wir zusammen mit unserem Kooperationspartner DVE Deutscher Verband Ergotherapie durch.