Sinn und Zweck dieses Bausteins ist es, für den Manualtherapeuten relevante Krankheitsbilder aus ärztlicher Sicht zu beleuchten. Obwohl der Arzt als Aussteller einer Heilmittelverordnung für seine Diagnose und die dort rezeptierte Therapie haftet (und damit für den Physiotherapeuten den Kopf hinhält), gebietet es der Sorgfaltspflicht eines jeden Therapeuten, sich ein eigenes Bild von seinem Patienten zu machen und zu beurteilen, welche Behandlungsmethoden er wie intensiv anwenden kann, wo eventuelle Gefahren lauern und welche Maßnahmen kontraindiziert sind.
Hierfür wird es einen Überblick über wichtige Krankheitsbilder aus Orthopädie/ Chirurgie, der Neurologie und der inneren Medizin geben. Es werden grundlegende Kenntnisse diagnostischer Verfahren unter manualtherapeutischen Gesichtspunkten erörtert, um einen Einblick zu bekommen, welche (bildgebende) Diagnostik für welche Pathologie eingesetzt wird und wo hierbei deren Stärken und Schwächen liegen.
Am Ende dieser Kurseinheit sollen Teilnehmer*innen darüber hinaus Kenntnis über wichtige Krankheitsbilder haben, die im Alltag häufig vorkommen. Indikationen und Kontraindikationen der Manuellen Therapie sollen bewusst sein, damit diese bei der Untersuchung und Behandlung berücksichtigen werden können. Für Gefahren (red/yelow flags) soll sensibilisiert werden und ein Verständnis für Sinn, Zweck und Durchführung von Safety-Tests aufgebaut werden. Teilnehmer*innen sollen die Notwendigkeit der Aufstellung eines Rehabilitationsplanes erfahren und die Rolle und Stellung der verschiedenen Akteure im Behandlungsprozess kennen. Dabei wird der Prozess der ärztlichen Diagnoseerstellung genauer beleuchtet.